Beichte & Abendmahl

Beichte

Weil Christen auch nach der Taufe sündigen, gibt die Beichte Gelegenheit, die Vergebung neu zu empfangen. Zum einen bekennt der Beichtende vor Gott und einem verordneten Diener als Zeuge seine Schuld, zum anderen empfängt er im Namen Jesu Christi die Vergebung. Obwohl ein Pfarrer selbst Sünder ist und der Vergebung bedarf, darf er in der Nachfolge der Apostel Sünden behalten und vergeben (Johannes 20).

Bei der Einzelbeichte werden bestimmte Beichten in einem Raum bekannt, bei dem außer dem Pfarrer niemand mithören kann. In unserer Kirche ist dabei beispielsweise die Kapelle unter dem Turm von St. Michael geeignet. Die Vergebung wird dann unter Handauflegung zugesprochen. Der Pfarrer ist durch das Beichtgeheimnis gebunden und darf über den Inhalt der Beichte nichts weitersagen.

Bei der gemeinsamen Beichte, die in einem Gottesdienst statt findet, bekennen die Beichtenden in der Stille ihre Sünden vor Gott und sprechen dann ein gemeinsames Beichtgebet. Die Vergebung wird ihnen mit dem vorausgehenden Satz zugesprochen: „Wie ihr glaubt, so gescheue euch!“

Zur Vorbereitung auf die Beichte ist der Beichtspiegel hilfreich (Evangelisches Gesangbuch, 885).

 

Das Heilige Abendmahl

Neben der Taufe ist das Heilige Abendmahl das zweite Sakrament unserer Kirche. In ihm empfängt der getaufte und vorbereitete Christ unter Brot und Wein den wahren Leib und das wahre Blut Christi. Jesus feierte das Heilige Abendmahl zum ersten Mal am Abend vor seiner Kreuzigung. Dabei gab er seinen Jüngern den Wiederholungsbefehl, der bis heute befolgt wird. Das Abendmahl macht deutlich, dass Jesus den Seinen nicht nur im Wort zugewandt ist, sondern sich selbst für sie dahingegeben hat. Wie bei der Beichte, werden auch beim Abendmahl Sünden vergeben; darüber hinaus aber werden die Kommunikanten neu im Leib Christi, der Kirche, befestigt. Das Abendmahl wird auch im Blick auf den wiederkommenden Herrn gefeiert, der mit den Seinen das Hochzeitsmahl bei der Vollendung feiern wird.

Weil die Gemeinschaft der Christen durch die Vergebung in diesem Mahl neu gefestigt wird, ist es sinnvoll, vor dem Abendmahlsgang Konflikte mit anderen Christen auszuräumen. Die Beichte muss nicht jedem einzelnen Abendmahlsgang voraus gehen, der Abendmahlsgast soll aber in einem Beichtverhältnis stehen.

Die evangelisch-lutherische Kirche hält daran fest, dass Jesu Leib und Blut in Brot und Wein wahrhaftig gegenwärtig ist (Realpräsenz).

Bei der Feier des Abendsmahls wird in St. Michael wird Wein und Traubensaft gereicht, in St. Maria nur Wein.

Hausabendmahl

Wer aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr zum Gottesdienst gehen kann, darf und soll das Heilige Abendmahl daheim, im Krankenhaus oder Alters- / Pflegeheim empfangen. Der Pfarrer ist, wenn er darum gebeten wird, jederzeit dazu bereit. Dies gilt keineswegs nur dann, wenn der Kranke unter Lebensgefahr steht. Seit einigen Jahren treffen sich beispielsweise einige Gemeindeglieder, die aus div. Gründen nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen können, in wechselnden Wohnungen, um dort das Hausabendmahl gemeinsam zu empfangen.